Pressemitteilung
Truckenbrodt: „Ich suche keine persönliche Auseinandersetzung mit meiner Bürgermeisterin.“
Gemeinderat Frankenblick entscheidet über Supermarkt in Seltendorf, nicht der Investor
Martin Truckenbrodt - Foto: ÖDP
Im Streit um die Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit des geplanten diska Supermarktes in Seltendorf ist es Martin Truckenbrodt, Ortsvorsitzender der ÖDP Frankenblick, wichtig klarzustellen, dass er keinen persönlichen Streit mit Bürgermeisterin Ute Müller-Gothe sucht. Er hat ihre erneute Kandidatur zur Bürgermeisterwahl 2025 im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv unterstützt. Er erklärt dazu: „Nach der Bürgermeisterwahl 2019 hat mich Ute Müller-Gothe sehr positiv überrascht. Sie zeigte als Bürgermeisterin sehr viel Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit und Empathie. Auch gab es in mehreren Anliegen eine angenehme Zusammenarbeit mit ihr, wie z.B. beim ersten gemeinschaftlichen Hissen der Frankenfahne am Rathaus in Effelder im Juli 2022. Nach wie vor schätze ich Ute Müller-Gothe für diesen Stil sehr, auch wenn die Art und Weise, wie bisher und aktuell das Projekt Supermarkt in Seltendorf bearbeitet wird, nicht dazu passt. Ich halte es jedoch für falsch, hierfür alleinig unsere Bürgermeisterin verantwortlich zu machen. Denn die entsprechenden Entscheidungen trifft der Gemeinderat. Deshalb ist dieser in seiner Gesamtheit dafür verantwortlich zu machen.“
Als in der Bürgerfragestunde vor der Gemeinderatssitzung am 25.3.2026 die Frage nach der Wirtschaftlichkeit des Supermarktes in Seltendorf gestellt wurde, antwortete die Bürgermeisterin ausschließlich mit der Einschätzung des Investors. Eine eigene Einschätzung des Gemeinderates teilte sie den Fragestellern nicht mit. Nach der Einschätzung von Truckenbrodt hätten bereits die Aussagen der Supermarkt-Ketten, dass diese neue Supermärkte nur noch an Bundesstraßen errichten, zu einer neuen Herangehensweise der Gemeinde führen müssen. Auch hier haben letztendlich bereits die Investoren das Handeln der Gemeinde bestimmt. Konsequent und richtig wäre es stattdessen gewesen, bereits zu diesem Zeitpunkt auf das Konzept der Dorfläden umzuschwenken. Von einem solchen Konzept könnten alle drei Hauptorte der Gemeinde – Effelder, Mengersgereuth-Hämmern und Rauenstein – profitieren. Zu erwarten, dass die Bürger der Gemeinde, wenn sie bereits zum Einkaufen in das Auto gestiegen sind, nicht bis Sonneberg oder Schalkau, sondern nur bis Seltendorf fahren, nur weil dort ja dann „der Supermarkt der westlichen Gemeinde Frankenblick“ steht, bezeichnet der Seltendorfer als sehr naiv. Eine Bauruine nach dem Ende der Abschreibung ist vorprogrammiert. Nicht einmal Steuereinnahmen für die Gemeinde wird es bis dahin geben, weil der Betreiber seinen Sitz mit Sicherheit nicht in der Gemeinde haben wird. Es geht grundsätzlich auch nicht darum, die Versorgung für mobile Bürger zu gewährleisten. Es geht vielmehr vorrangig darum, diese für ältere und anderweitig eingeschränkte Menschen zu ermöglichen und sicherzustellen. Es kann deshalb nur festgestellt werden, dass hier seitens der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats auf Grundlage falscher Zielvorgaben geplant und gehandelt wird. Der sinnvollste Schritt wäre es deshalb nun, wenn der gesamte Gemeinderat jetzt noch einmal in sich geht und sowohl das Vorhaben an sich als auch sein eigenes Vorgehen in dieser Sache noch einmal gründlich überdenkt.
Truckenbrodt deutet das mögliche weitere Vorgehen gegen den für Seltendorf geplanten Supermarkt an: „Der wichtigste Punkt für uns Anwohnerinnen und Anwohner in Seltendorf, die dieses Projekt ablehnen, ist es, die persönlichen Einwendungen vorzubereiten, sich hierbei gegenseitig zu unterstützen, um diese dann einzureichen, sobald dies möglich ist. Parallel dazu werden wir unseren Protest auch auf andere Art und Weise als bisher öffentlich kundtun müssen, da das Projekt und die Details dazu immer noch zu wenig bekannt sind. Erste entsprechende Zusammenkünfte gab es bereits. Ich stecke weiterhin bereits in der konkreten Ausarbeitung von zwei Bürgergehren. Das erste soll eine verbindliche Vorgabe für die Ansiedlung von Lebensmittelgeschäften in der Gemeinde Frankenblick festlegen. Das zweite soll sechs Ortsteilräte und entsprechend sechs Ortsteilbürgermeister in den Ortsteilen der Gemeinde einführen. Dies soll die politische Kultur innerhalb der Gemeinde verbessern und den Ortsteilen mehr Eigenverantwortung geben. Den Start der beiden Bürgerbegehren sehe ich aktuell frühestens im Juni.“
