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Pressemitteilung

Regionalplan Südwestthüringen: ÖDP gegen Windkraft im Wald

Bekenntnis zur fränkischen Prägung der Region fehlt

Der Regionalverband Fränkisches Thüringen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) bekräftigt in seiner Stellungnahme zum 2. Entwurf des Regionalplans Südwestthüringen die Ablehnung von Windkraft im Wald und lehnt damit kategorisch etwa zwei Drittel der Windvorranggebiete des Regionalplans ab. Der Wald ist zu wichtig für Klima, Wetter, Wasserhaushalt, Biodiversität und für Bau- und Forstwirtschaft, um ihn für Windkraftanlagen zu schädigen. Insbesondere die negativen Auswirkungen für den Wasserhaushalt sind schwerwiegend. Dazu Regionalvorsitzender Martin Truckenbrodt aus Seltendorf (Landkreis Sonneberg): „Wer sich Natur- und Umweltschützer nennt, muss eigentlich zwangsläufig gegen Windkraft im Wald sein. Es freut mich sehr, dass zumindest im BUND Thüringen diese Sichtweise durchaus weit verbreitet ist. Der Ausbau der Photovoltaik auf Dächern und an Fassaden bietet nach wie vor sehr viel bisher ungenutztes Potential. Bezüglich der regenerativen Stromerzeugung hat dieser deshalb nach wie vor die höchste Priorität.“ Bezüglich der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur lässt der Regionalplan nach Ansicht der ÖDP zudem Aussagen zu Stromspeichern, Wasserstoff- und Methan-Infrastruktur, Energiedörfern und zur ungenutzten Wäremeenergie vermissen.

Weiterhin bemängelt die ÖDP südlich des Rennsteigs, dass für den dringend notwendigen Schienenlückenschluss zwischen Hildburghausen und Coburg ausschließlich auf die Reaktivierung der Altstrecke Eisfeld-Coburg eingegangen wird, welche heute etwa zur Hälfte einer sehr aufwendigen Neutrassierung bedarf. Stattdessen sollte im Regionalplan die wesentlich sinnvollere Variante des Schienenlückenschlusses zwischen Hildburghausen und Bad Rodach erwähnt werden. Zum Schienenpersonennahverkehr regen die Öko-Demokraten weiterhin eine durchgängige Regionalbahn zwischen Neuhaus am Rennweg und Coburg an.

Die ÖDP Fränkisches Thüringen vermisst im Regionalplan zudem ein Bekenntnis zur fränkischen kulturellen und historischen Prägung der Region. Lediglich der Nordkreis des Wartburgkreises weist innerhalb der Region eine eindeutig thüringische Prägung auf. In diesem Zusammenhang fordert der ÖDP eine besondere Bedeutung im Regionalplan für das Hennebergische Museum in Kloster Veßra als faktisches Fränkisches Freilandmuseum des Freistaats Thüringen und für das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen als führendes Museum zur Geschichte der fränkischen Gefürsteten Grafschaft Henneberg. Schleusingen war bis 1660/1661 die letzte fränkische Residenzstadt im heutigen Thüringen gewesen.

Der Regionalverband Fränkisches Thüringen der ÖDP umfasst das Gebiet des Bundestagswahlkreises 195, also die Landkreise Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen und Sonneberg und die kreisfreie Stadt Suhl. Der 2024 anlässlich der Landtagswahl gegründete ÖDP-Kreisverband Wartburgkreis ist aktuell politisch nicht aktiv.

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