9. Bildung, Kultur und Ehrenamt stärken – Stadtteile als Lebensraum
Bildung schafft Chancengleichheit und wirkt inklusiv. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden durch wertschätzende und fördernde Begleitung auf ein eigenständiges Leben in einer weltoffenen und nachhaltig wirksamen Gesellschaft vorbereitet. Kultur muss allen sozialen Schichten zugänglich gemacht werden, sie gehört zu einer gesunden Stadtgesellschaft und verbindet Menschen über Milieus hinweg.
- Bildungschancen durch angemessene Räume und Angebote
In den kommenden Jahren braucht die Stadt finanziellen Handlungsspielraum für die Sanierung und den Neubau von Schulgebäuden. Container können nicht die einzige Lösung sein. Wir unterstützen die 10-Jahresplanung der Bildungsreferentin. Inklusion wollen wir durch gezielte Aufklärungsarbeit an Schulen stärken, etwa zu unterschiedlichen Formen von Behinderungen, ähnlich dem Projekt „Zeitzeugen“. Der Ausbau des öffentlichen Bibliothekswesens, insbesondere in den Stadtteilen, ist für uns ein zentraler Baustein für Lesekultur und Medienkompetenz in enger Kooperation mit Schulen.
- Sport für alle
Breitensport stärkt Gesundheit, Gemeinschaft und Inklusion. Deshalb haben wir uns im Stadtrat immer wieder für den Ausbau von Sporthallen eingesetzt. Durch bessere Vernetzung bestehender Angebote, etwa durch die Nutzung von Schulschwimmbädern durch Vereine, können viele Ressourcen effizienter genutzt werden.
- Stadtteile als Lebensraum stärken – mehr Raum für Kultur und Ehrenamt
Regensburg ist kulturell stark auf die Altstadt konzentriert. Auch die Stadtteile müssen Orte des Lebens und der Begegnung sein, nicht nur des Wohnens. Dafür braucht es kostenfreie, konsumfreie Räume für Vereine, Initiativen und die freie Kunst- und Kulturszene ohne Konsumzwang. Besonders die Zwischennutzung leerstehender Gebäude bietet hier große Chancen. Entwicklungspotenzial sehen wir auch im Kreativareal „Stadtlagerhaus“.
- Kulturelles Angebot modernisieren und vernetzen
Wir unterstützen die Um- und Neugestaltung des Historischen Museums hin zu einem Museum der Geschichte Regensburgs, das auch die letzten 100 Jahre angemessen abbildet. Die städtischen Museen sollen stärker vernetzt werden, etwa durch eine gemeinsame Museumscard. Schülerinnen und Schüler der Regensburger Schulen, Menschen in Ausbildung und mit geringem Einkommen sollen von einer Kulturflatrate profitieren, die den Zugang zu kulturellen Angeboten erleichtert.
- Modernes Staatstheater an historischen Orten
Das Regensburger Stadttheater wird zum Staatstheater. Unser Theater hat sich in der Kulturszene und der Stadt einen Namen gemacht, die Vorstellungen sind auf lange Zeit ausverkauft. Wir wollen das Velodrom erhalten, modernisieren und dem Theater zur Nutzung zurückgeben. Damit ein denkmalgeschütztes Gebäude nicht leer steht, sondern wieder mit Leben gefüllt wird.
- Sanfter Tourismus
Der Tourismus muss viel stärker als bisher auf das Kriterium Qualität hin entwickelt und gesteuert werden. Die reinen Wachstumszahlen von Besuchern und Hotelgästen dürfen nicht die entscheidende Größe sein. Stattdessen sollte vor allem darauf geachtet werden, wie die Verpflichtungen des Welterbe-Titels mit den Bedürfnissen der Regensburger und Regensburgerinnen in Einklang gebracht werden können. Die Anlandungen von Kreuzfahrtschiffen müssen dauerhaft auf 1.200 pro Jahr begrenzt werden.
Was schon gut läuft:
Das Theater Regensburg macht Kultur niederschwellig zugänglich. Formate wie das Balkonsingen stehen allen offen und sind kostenfrei. Mit alternativen Spielorten in den Stadtteilen zeigt sich, dass kulturelles Leben auch jenseits der Altstadt funktionieren und begeistern kann.
Was wir noch besser machen werden:
Mit dem Haus des Engagements im Schreiberhaus in Stadtamhof ist ein wichtiger Ort für Ehrenamt und Beteiligung entstanden. Dieses Modell wollen wir ausbauen und auch in anderen Stadtteilen kulturelle, ökologische und soziale Begegnungszentren schaffen. Als "Orte für alle" ermöglichen sie Engagement im direkten Lebensumfeld, fördern Bildung und Teilhabe und setzen zentrale Ziele des Kulturentwicklungsplans um. Möglichst mietfreie Räume sollen insbesondere gemeinnützigen Gruppen offenstehen. Denkbar sind inklusive Cafés, Beratungsangebote, Werkstätten, Proberäume sowie Bildungs- und Seminarräume. Kooperationen mit Kirchen, Schulen, Jugend- und Familienzentren wollen wir gezielt fördern.